Die kleine Kirchengemeinde Mörsingen liegt am Rand zum Tautschbuch, einem großen Waldgebiet, daß sich bis nach Riedlingen erstreckt. Die heutige Teilgemeinde von Zwiefalten ist sehr alt. Bereits im Jahr 904 wird sie im alten alemannischen Affgau erwähnt, und kam als "Villa Merigisina" über das Kloster Reichenau im 13. Jahrhundert an das Kloster Zwiefalten.

Die um 1690 erbaute Pfarrkirche ist dem Heiligen St. Gallus geweiht.

Die katholischen Einwohner der Gemeinde waren bis 1803 der Kirchengemeinde zu Zwiefalten zugehörig, seither besteht eine eigene Pfarrei mit dem Filial Upflamör ab 1817.

Kirchenbeschreibung:

Ein Schmuckstück mit Skulpturen und Deckenfresken ist die St. Galluskirche in Mörsingen. Maria ist auf zwei Deckenbildern dargestellt, die vom berühmten Barockmaler Andreas Meinrad von Au stammen.

Die Mörsinger Pfarrkirche St. Gallus wurde zwar bereits im Jahr 1606 erbaut, erhielt ihre Ausstattung mit drei Altären aber im Hochbarock. Das vom berühmten Maler Matthäus Zehender gemalte Bild mit dem Kirchenpatron St. Gallus gelangte im 19. Jahrhundert in Privatbesitz. Weiter besitzt die Kirche barocke Skulpturen von Petrus und Magdalena. Außergewöhnlich interessant sind die Deckenfresken des Kirchenschiffs und des Chores, die inzwischen restauriert sind. In der Oberamtsbeschreibung Riedlingen ist über den Maler der Deckenbilder nichts bekannt.

Laut Forschungsarbeiten des Kunsthistorikers Reinhold Halder aus Tübingen stammen die beiden Deckenbilder in Mörsingen "Mariä Himmelfahrt" und "Mariä Krönung" vom bekannten Barockmaler Andreas Meinrad von Au (1712-1792) aus Sigmaringen. Von Au malte um 1762 den wunderbar erhaltenen Freskenzyklus in den Seitenkapellen und über den Emporen der Zwiefalter Klosterkirche. Seine Fresken sind im Gegensatz zum Großmaler Franz Joseph Spiegler in luftig-lockeren Farben gemalt, es herrschen blau, ocker, gelb und grün vor.

Im größeren Schiffsfresko in Mörsingen stehen die Apostel vor dem leeren Grab, während Maria im oberen Drittel umgeben von Engeln in der Himmelsglorie schwebt. Im abgebildeten Chorfresko, das bisher kaum beachtet wurde, ist Mariä Krönung durch die Dreifaltigkeit dargestellt. Das Blau des Kleides erinnert stark an die Mariendarstellungen, die von Au kurz zuvor in der Klosterkirche Zwiefalten geschaffen hat. Auch andere Kirchen haben Fresken von Andreas Meinrad von Au, etwa Tigerfeld, Sigmaringen, Kloster Wald, Pfullendorf, Otterswang und Rot an der Rot. So hat auch Mörsingen in seiner Pfarrkirche einen überregional bedeutenden Künstler aufzuweisen.

An die Klosterherrschaft bis 1802 erinnern noch Bildstöcke, die "Aisen" oder Pestkapellen in den Weilerbergäckern sowie eine alte Glocke von 1505, die in der alten Oberamtsbeschreibung Riedlingens, zu dem Mörsingen gehörte, erwähnt wird.